AKTUELL

Durch Aufweichung der großen Tarifverträge zb der IGM, sogenannte ETVs werden Beschäftigte von der allgemeinen positiven Konjunktur abgekoppelt und Ihnen durch Lohnverzicht und Verzicht auf Tariferhöhungen Arbeitsplatzsicherheit suggeriert. Freiwillige Versicherungslbeiträge in eine Arbeitsplatzversicherung, denn es wurde ja von gewählten Vertretern mit den Arbeitgebern verhandelt. Das bedeutet Sinkendes Lohnniveau.
Als Leiharbeiter bekomme ich den Lohn nach Tarif BAP und den Branchenzuschlag bis maximal 90% Vergleichslohn.
Also auch sinkender Vergleichslohn.

Meine Frage dazu:

 

1-      meiner Auffassung und meines Rechtsverständnisses nach handelt es sich bei diesem „Lohnverzicht“  um einen „Versicherungsbeitrag“ für die Festangestellten  und kann/darf somit nicht beim Vergleichslohn berücksichtigt werden. Vor allem da diese Beschäftigungssicherung nicht für Zeitarbeiter zutreffend ist.                                  

2-      Laut Tarif-Vertrag IGM bekommen Nicht-Leiharbeiter Jahressonderzahlungen von insgesamt etwa 3500 Euro.Im Vergleich dazu Leiharbeiter insgesamt maximal 600€. Meiner Meinung nach gehören diese Leistungen mit in die Berechnung des Vergleichslohnes.

3-      Desweiteren ist es doch so mit dem Verhältnis von Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen das zum Beispiel ein Tarifvertrag einen Beschäftigten nicht schlechter stellen darf als das Gesetz es zulässt und eine Betriebsvereinbarung folglich keine Schlechterstellung als der geltende Tarifvertrag. Seit 2003 sagt europäisches Recht es gilt Equaltreatment, 2003 wurden die Tarifverträge in der Zeitarbeit abgeschlossen, meiner Meinung nach rechtlich bedenklich.

4-      Ein weitere Punkt ist der Gleichbehandlungsgrundsatz von Beschäftigten der bewirkt, das auch Nicht-Mitglieder der tarifschließenden Gewerkschaften Tariflohn bekommen. Im Falle der Leiharbeiter bedeutet das allerdings eine Schlechterstellung gegenüber dem Gesetz, da auf sie der Tarifvertrag Zeitarbeit angewendet wird und nicht nach europäischem Recht Equalpay.

5-      Wenn ich mich nicht täusche wollte doch die GDL Tarif auch für die Zugbegleiter verhandeln, das wurde aber abgelehnt weil diese dort ( in der GDL) nicht vertreten sind. Das führt mich zu der Frage mit welchem Recht die Tarifgemeinschaft des DGB meint, Tarifverträge in der Zeitarbeit verhandeln zu dürfen, der Organisationsgrad unter den Leiharbeitern spricht dagegen.

 

Dies Dinge fallen mir als einfacher Leiharbeiter auf und ich frage mich wie jemand ,der auf dem Arbeitsrecht bewandert ist, diese Thematik sieht und meine Fragen oder Thesen bestätigt oder widerlegt.

Die Förderung der Zeitarbeit war sicherlich gutgemeint und ein Garant für das Wachstum der Wirtschaft, aber die davon betroffenen werden weiter ausgenutzt und leiden darunter, die neue unterste Arbeiterklasse zu sein.